Proseminar: Kulturelle Dimensionen der Politik, politische Implikationen von "Kultur" - theoretische Perspektiven und methodische Zugänge

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Kommentar:
Die politikwissenschaftliche Transformations- und Systemwechselforschung unterscheidet in der Regel vier idealtypische Dimensionen bzw. Phasen des Übergangs von nicht-demokratischen zu demokratischen Systemen (Demokratisierung/Konsolidierung von Institutionen, intermediären Strukturen, Verhalten und civic culture). Gleichwohl konzentriert sie selbst sich überwiegend auf die ersten drei, während kulturelle Phänomene zwar zuweilen als relevante ("unabhängige") Variable berücksichtigt, bislang jedoch eher selten systematisch in ihrer Bedeutung für den Verlauf von Systemtransformationsprozessen untersucht werden. Vor diesem Hintergrund möchte das Seminar den Blick für die kulturellen Dimensionen von Politik, sowie die politischen Implikationen von Kultur im Kontext der Systemtransformationen schärfen.

Anhand theoretischer und methodologischer Grundlagentexte, sowie exemplarischer empirischer Fallstudien zu bzw. aus Osteuropa gibt das Seminar einen Überblick über neuere theoretische Perspektiven und methodische Zugänge zur Analyse der subjektiven, kulturellen und symbolischen Dimensionen von Systemwandel. Auf dieser Grundlage sollen die Möglichkeiten, Reichweite, Leistungsfähigkeit und Grenzen verschiedener kulturwissenschaftlich inspirierter Ansätze für die Erforschung des Politischen erarbeitet und die Teilnehmer zu einer eigenständigen Erforschung der kulturellen Dimension der Transformationsprozesse in den post-sozialistischen Ländern angeregt werden.


Einführende Literatur:

  • Hans-Hermann Höhmann (Hrsg.): Kultur als Bestimmungsfaktor der Transformation im Osten Europas. Konzeptionelle Entwicklungen - Empirische Befunde. Bremen: Temmen 2001;
     
  • Birgit Schwelling (Hrsg.): Politikwissenschaft als Kulturwissenschaft. Theorien, Methoden, Problemstellungen, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2004.