Übung: Rußlands Weg aus der Diktatur

Geschichtspolitik und Vergangenheitsaufarbeitung von Chruschtschow bis Putin

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Kommentar:
Die mit rund sieben Jahren verhältnismäßig lange Dauer des Systemwechsels in Rußland hatte zur Folge, daß dieser weniger als Bruch mit dem sowjetischen Regime und der sowjetischen Vergangenheit denn als ein schritt- bzw. schubweiser Übergang zu etwas Neuem erscheint, welches in vieler Hinsicht bis heute keine eindeutige Gestalt angenommen hat. Anhand der Geschichts- und Erinnerungspolitik, also des - immer auch politischen - Umgangs mit der Vergangenheit soll ein zentraler Aspekt der "Suche nach dem kollektiven Selbst" des postkommunistischen Regimes in den Blick genommen und auf diese Weise historische und geschichtspolitische Determinanten und Spezifika des russischen Transformationspfades erhellt werden. Hierzu werden nach einem Rückblick auf die sowjetische Geschichtspolitik im nachstalinistischen Rußland zunächst die ersten Ansätzen der Vergangenheitsaufarbeitung im Rußland der Perestrojka betrachtet, alsdann der Umgang mit der sowjetischen Vergangenheit im Kontext der postsowjetischen Transformation und schließlich die neuere und aktuelle Entwicklung.


Einführende Literatur:

  • Davies, Robert: Perestrojka und Geschichte. Die Wende in der sowjetischen Historiographie, München: dtv 1991;
     
  • De Keghel, Isabelle: Die Staatssymbolik des neuen Russland im Wandel. Vom antisowjetischen Impetus zur russländisch-sowjetischen Mischidentität, Arbeitspapier Nr. 53 der Forschungsstelle Osteuropa, Dezember 2003;
     
  • Fein, Elke: Geschichtspolitik in Rußland. Chancen und Schwierigkeiten einer demokratisierenden Aufarbeitung der sowjetischen Vergangenheit am Beispiel der Tätigkeit der Gesellschaft Memorial, Hamburg/Münster 2000.